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Chronical Moshers Open Air 2003

Im Reichenbacher Ortsteil Cunsdorf fand am Wochenende an der Kneipp-Stra?e eine erstaunliche Premiere statt: Auf der ehemaligen Kleinsportanlage in Cunsdorf ?ffnete das ,,Chronical-Moshers Open- Air'' seine Tore, f?r alle, die im Herzen Heavy-Metal tragen oder sich einfach nur am?sieren wollten. Das Event wurde erstmalig durchgef?hrt und vollst?ndig von den Mitgliedern des dort ans?ssigen, gleichnamigen Jugendclubs ,,Chronical-Moshers'', der schon seit 1981 existiert, organisiert. Soweit es ?berhaupt hierarchische Z?ge im Club gibt, war es den Stammg?sten unter der Leitung von Heiko Richter gelungen, zahlreiche Musiker f?r das Festival anzuwerben.

Insgesamt zw?lf Bands, darunter Nachwuchsbands wie ,,Artless'', die sich sogar aus Mitgliedern des Heavy-Metal-Clubs rekrutieren, bis hin zu Gr??en wie ,,Dew-Scented'' oder ,,Necronomicon'' heizten den zahllosen Besuchern, von 13 bis 2 Uhr morgens, mit hartem Gitarrensound m?chtig ein.

Ein Teil der Protagonisten reiste bereits am Freitag an, um den ersten Tag des Festivals schon genie?en zu k?nnen. Eine Band aus Freiburg traf eigens mit einen riesigen Tour-Bus am Ort des Geschehens ein. Nachdem das Event anf?nglich etwas schleppend anlief, str?mten dann am Freitagnachmittag die Musikbegeisterten ins Areal. Nach ein paar Stunden waren weit ?ber 200 Menschen auf dem Gel?nde. Viele der Besucher zelteten rund um die Kleinsportanlage und nutzten die idyllische Umgebung am nahegelegenen Teich, um sich zu erholen oder bis in die Morgenstunden weiter zu feiern. Den ganzen Tag ?ber ging im 800 Personen fassenden Festzelt die Post ab.

Dabei wurde nichts dem Zufall ?berlassen. Die riesige Musikanlage lieferte eine Zwickauer Firma an. F?r Sicherheit und Ordnung sorgte das Unternehmen ,,Security Basec''. Die Jugendarbeiter der Stadt Reichenbach, ORBA-Lift Aufzugstechnik, die K?berlein GmbH oder das ,,Hellborn'' Metalradio aus Jena waren Sponsoren und Helfer bei Planung, Durchf?hrung und Finanzierung. Die Jugendarbeiter der Stadt Reichenbach zum Beispiel lie?en es sich nicht nehmen, das Festzelt zu spendieren. Br?tchen aus der B?ckerei Thieroff in Neumark wurden an der Grillbude zu Steak, Bratwurst und anderen Gaumenfreuden serviert. Nat?rlich stand auch der Zapfhahn nicht still, und an der Cocktailbar boten die ambitionierten Mitglieder des Jugendclubs verschiedenste exotische Getr?nke an. Roberto Jahn, der sich gerade an einer kubanischen Spezialit?t erfreute, erkl?rte, dass er schon viele Eindr?cke sammeln konnte und sich schon sehr auf die Bands freue. Wer dann dergleichen Eindr?cke noch nicht genug hatte und ein Andenken oder Souvenir erwerben wollte, konnte dies im Fanartikelshop gleich neben der B?hne tun.

Am zweiten Tag ging es dann in die Vollen, denn jetzt lockte die Live-Musik noch erheblich mehr G?ste an. Diese kamen nicht nur aus dem Vogtland und Umgebung, sondern, auf Grund der Radio- sowie Internetwerbung und Mundpropaganda pilgerten die Besucher aus Th?ringen, Bayern und anderen Bundesl?ndern zum Open-Air. Dabei ging es den meisten G?sten darum, einmal wieder unbeschwert Spa? haben zu k?nnen. Matthias Dillner entgegnete fr?hlich: ,,Die Musik ist super und mal etwas anderes, das Bier schmeckt spitze und die M?dels sind auch nicht ohne.'' Neben der st?ndigen Beschallung von Death- bis Thrash-Metal konnte man auch an einem Luftgitarrenwettbewerb teilnehmen, der von Heiko Richter sehr am?sant moderiert wurde.

Kurz nach der Geisterstunde war es dann soweit, die Headliner ,,Necronomicon'' spielten auf, und wer dachte, die Stimmung k?nnte gar nicht sch?ner sein, wurde eines Besseren belehrt. Denn das ohnehin schon prall gef?llte Zelt platzte aus allen N?hten als auch die allerletzten Nachz?gler eintraten. Selbst, nachdem die Musik ab 2 Uhr nachts aus L?rmschutzgr?nden etwas leiser aus der Konserve ert?nte, blieben die meisten Besucher, um bis in die fr?hen Morgenstunden zu feiern. Unterdessen waren die Mitglieder des Jugendclubs schon wieder rege damit besch?ftigt, das Bandequipment zu verladen. Viele g?nnten sich w?hrend der gesamten Zeit keinerlei Alkohol, um immer auf dem Posten zu sein und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren.

Michael Burghardt erkl?rt gestern Morgen, dass der Aufwand enorm hoch gewesen sei und er vor Anstrengung manchmal kaum noch die Augen offen halten k?nne. Dennoch habe sich es gelohnt, und man d?rfe stolz darauf sein, was geleistet wurde. Um den Anwohnern nicht zu sehr auf den Schlips zu treten, verteilten Freiwillige 240 Handzettel in der Umgebung, um sp?teren Beschwerden vorzubeugen. Die gute Organisation war es auch, die keine nennenswerten Ausschreitungen aufkeimen lie?.

Ohnehin ist es bewundernswert, wieviel Tatkraft, Eigeninitiative und Mut es erfordert, ein derartiges Megaevent auf die Beine zu stellen. Vom Rassen m?hen bis zum Entsorgen der letzten liegengeblieben Bierflasche packten zahllose freiwillige Helfer an, die alle unentgeldlich ihre Unterst?tzung anboten. ,,F?r das erste Mal ist es unheimlich gut gelaufen, so dass man f?rs n?chste Jahr planen kann'', erkl?rte Frank Scherzer vom Jugendclub.

Dabei sei ja aller Anfang schwer. Schlie?lich h?tten die Beteiligten wenig Erfahrung mit einer Veranstaltung diesen Ausma?es gehabt. Nach diesem Erfolg k?nne man mit weit mehr Andrang rechnen, wenn das Open- Air im Sommer 2004 wieder zum ,,moshen'' einl?dt, was bedeutet, die meist langen Haare im Takt der Musik wild zu sch?tteln. Bleibt zu hoffen, dass diese und ?hnliche Projekte zuk?nftig weiter unterst?tzt werden, und dass die leeren Kassen der Kommunen nicht noch weiter die Ideen und den Tatendrang der Jugend behindern.

Vogtlandanzeiger
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